Seit meiner Wahl in den Zürcher Regierungsrat 2019 sind nun schon fast acht Jahre vergangen. Zeit für eine Bilanz und einen Ausblick.

Bereits die erste Legislatur war geprägt von grossen Naturschutz- und Klimaschutzprojekten. Sei es das Energiegesetz 2021, das bewirkt, dass Öl- und Gasheizungen durch erneuerbare Heizungen ersetzt werden, mehr finanzielle Mittel für den Naturschutz oder die Verankerung des Klimaschutzes in der Kantonsverfassung. Im September 2022 sagte die Stimmbevölkerung mit 89% Ja zum Ziel der Kreislaufwirtschaft in der Kantonsverfassung, auch das ein grüner Erfolg.

Bauen im Bestand, Velo und Naturschutz

Auch die laufende Legislatur ist geprägt von wichtigen Projekten. Beim Bauen will ich die innere Verdichtung stärker auf den Bestand ausrichten. Heute bedeutet innere Verdichtung häufig Abriss und Ersatzneubau. Mit der Vorlage «Bauen im Bestand erleichtern» sollen Aufstockungen, Anbauten und Dachgeschossausbauten einfacher werden. So können günstige bestehende Wohnungen erhalten bleiben, zusätzlicher Wohnraum geschaffen und im Vergleich zu Ersatzneubauten die «grauen» CO2-Emissionen deutlich reduziert werden.

Auch beim Veloverkehr geht es vorwärts. Projekte wie die Velobahn Wallisellen, die Velobahn Kloten-Steinacker und die Verbindung zwischen Zürich und Dübendorf via Gockhausen verbessern Infrastruktur und Sicherheit. Weitere Velobahnen, unter anderem im Limmattal und zwischen Glatttal und Uster, sind in Planung.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Naturschutz. Mit Projekten zur Revitalisierung von Gewässern verbinden wir Hochwasserschutz, Biodiversität und Naherholung. Sei es beim Projekt «Fil Bleu Glatt», dem Projekt «Lebendige Limmat» bei Schlieren oder der Altbach in Kloten.

Klimaschutz und Klimaanpassung

Klimaschutz geht einher mit einer CO2- neutralen Energieversorgung. Gebiete für Windenergie sollen im Richtplan ausgeschieden, eine Solarpflicht für grosse Dächer bei Sanierungen eingeführt und Langzeitspeicher gefördert werden. All das stärkt auch die Versorgungssicherheit im Winterhalbjahr.

Ein besonders grosses Projekt zur Anpassung an den Klimawandel ist der Hochwasserentlastungsstollen SihlZürichsee. Er entschärft das grösste Hochwasserrisiko im Kanton Zürich, indem bei Hochwasser Wasser aus der Sihl in den Zürichsee geleitet werden kann.

Dieser Sommer hat es erneut aufgezeigt. Unsere Städte und Gemeinden sind besondere Hotspots für Hitze und wir müssen unsere Siedlungen besser auf Hitzeperioden vorbereiten. Bäume, Begrünung, Entsiegelung und eine gute Durchlüftung können die Temperaturen spürbar senken. Mit der Gesetzesänderung «Klimaangepasste Siedlungsentwicklung» wurde das Pflanzen von Bäumen erleichtert, die Begrünung freier Flächen gestärkt und den Gemeinden mehr Möglichkeiten beim Baumschutz gegeben.

Fast acht Jahre Regierung zeigen: Grüne Politik wirkt. Klimaschutz, Naturschutz, erneuerbare Energien, VeloInfrastruktur und eine nachhaltige Siedlungsentwicklung sind heute konkrete Aufgaben des Kantons. Diesen Weg möchte ich konsequent weitergehen und bedanke mich bereits jetzt für eure Unterstützung.

■ Martin Neukom, Regierungsrat GRÜNE